Die beste Schlagtechnik nützt nicht viel, wenn man seine Vorhand und Rückhand taktisch falsch einsetzt. Gerade bei Kindern und Jugendlichen spielt diese Erkenntnis eine große Rolle, weil sie aufgrund der mangelnden Spielpraxis und der fehlenden Taktik einen Punktgewinn immer in Verbindung mit einem möglichst hart geschlagenen Ball bringen.
Den Kindern macht es natürlich am meisten Spaß den Punkt selbst zu erzwingen, und möchten durch möglichst harte Schläge den Punkt machen. Ab und zu mag das sogar gelingen, und genau diesen Punkt merken sich dann auch die kleinen Tennisspieler. Aber all die anderen Punkte die sie aufgrund des viel zu hohen Risikos verlieren geraten schnell in Vergessenheit.
Aus diesem Grund sollen die Kinder möglichst früh lernen ihr eigenes Spiel zu analysieren, um zu erkennen welche Taktik bringt den größten Erfolg, und wie nützt man am besten die schwächen des Gegners aus. Es macht keinen Sinn, wenn Kinder im Alter von 7 – 9 Jahren auf einen Angriffsball gleich ans Netz vorstürmen, weil ein Lob des Gegners aufgrund der noch geringen Körpergröße des Angreifers fast immer zum Erfolg führt.
Genauso ist es oft zu beobachten, dass die kleinen Kinder oftmals viel zu weit im Feld stehen, weil sie Angst davor haben, der Gegner könnte einen unerreichbaren Stop spielen. Zwar kommt immer wieder mal ein kurzer Ball des Gegners, welcher aber meist nicht so gewollt war und zum Punkt für den Gegner führt. Aber dass die Kinder deshalb zu weit im Feld stehen, und die hoch gespielten längeren gegnerischen Bälle oft über sie hinweg hupfen, sehen die Nachwuchsspieler nicht. Genauso oft passiert es, das die Youngsters viel zu weit im Feld stehen und Bälle aus der Luft annehmen, die normalerweise ins Aus geflogen wären. Der Grund liegt darin, dass die Kinder aufgrund des falschen Stellungsspiels die Grundlinie nicht sehen, und es deshalb nicht einschätzen können, dass ein Ball des Gegners ins Aus fliegen würde.
All diese Fehlerquellen sind leicht zu beheben, wenn den Kinder dies möglichst frühzeitig klar gemacht wird. Einen ans Netz vorstürmenden Gegner zu passieren ist natürlich schöner und spektakulärer, aber dafür auch wesentlich risikoreicher. Ein Lob reicht auch vollkommen aus, und ist einfacher zu spielen. Haben die Kinder die Fähigkeit dies zu erkennen, sind sie viel erfolgreicher und haben mehr Spaß am Kindertennis. Die Kinder müssen erkennen, dass man für Punkte keinen Schönheitspreis bekommt. Nicht das “Wie hat man einen Punkt gemacht” zählt, sondern das “Dass man den Punkt gemacht hat” ist wichtig. [zur Startseite]
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