Man hört beim Tennis oft den Spruch “Den Ball anschauen!”, und meint eigentlich immer, dass das doch ganz selbstverständlich und ganz einfach ist. Doch die wenigsten Tennisspieler machen dies wirklich bewusst, und vor allem schauen sie nicht wirklich den Ball im Treffpunkt an. Dies von Anfang an den Kindern und Jugendlichen im Tennistraining zu vermitteln, ist eine ganz wesentliche Sache.
In der Praxis sieht dieses Ball-Anschauen folgendermaßen aus. Der Ball kommt vom Gegner geschlagen auf den Spieler zu, der Spieler beobachtet den Ball bis etwa einen Meter vor dem Treffpunkt, und sieht dann im Treffpunkt, also in dem Moment wo der Schläger den Ball berührt nicht einen bestimmten Punkt, eben den Treffpunkt, sondern einen ungefähren Raum. Ein genauer Schlag ist deshalb auch kaum möglich, und man trifft den Ball nur deshalb mit einer gewissen Präzision, weil man bisher schon gewisse Erfahrungeswerte und Übung mit dieser Vorgehensweise hat. Statt den Treffpunkt zu beobachten schauen die meisten Spieler nicht geanu auf den Ball, sondern entweder auf das geplante Ziel im gegnerischen Feld, oder auf den Gegner selbst.
Dass hierbei nicht die erforderliche Präzision in den Schlag gebracht werden kann, liegt auf der Hand. Es macht keinen Sinn, die Ziele zu beobachten, die im Vergleich zum mit hoher Geschwindigkeit ankommenden Tennisball, fast statisch sind, und das eigentliche Ziel, den Tennisball, genau im wichtigsten Moment aus den Augen zu verlieren. Das Feld ist immer gleich und bewegt sich gar nicht, und die Position des Gegners ist auch vergleichsweise statisch.
Richtig wäre es, sich die Position des Gegners und des geplanten Ziels im Feld aufgrund von Erfahrungswerten frühzeitig vor dem Schlag einzuprägen, und dafür den Ball bewusst im Treffpunkt mit den Augen zu fixieren. Der Treffmoment bei einem Tennisschlag ist natürlich mit etwa 4/1000 Sekunden viel zu kurz um den Ball richtig zu sehen, aber man kann trotzdem den Treffpunkt viel genauer fixieren als man denkt. Beobachtet man Zeitlupenstudien der Tennisprofis, so wird ganz klar sichtbar, dass die Profis kurz nach dem Treffpunkt den wegfliegenden Ball kurz aus den Augen verlieren, weil sie den Treffpunkt für einen kurzen Moment mit den Augen fixiert haben, und erst dann dem Ball nachschauen. Das macht auch Sinn, weil man den wegfliegenden Ball eh nicht mehr beeinflussen kann.
Den Kindern muss man dies im Tennistraining so früh wie möglich klar machen, und ihnen vermitteln, dass sie nicht so “neugierig” sein sollen, den Ball immer gleich nachzusehen, und nicht auf den Gegner oder das geplante Ziel schauen sollen, sondern nur auf des Wesentliche: nämlich den Tennisball! [Zur Startseite]
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