Die Zeiten von Boris Becker, Steffi Graf und Michael Stich und dem damit verbundenen Tennis-Boom sind vorbei. Die Tennisübertragungen im Fernsehen sind auf ein Minimum an Übertragungszeit gesunken. Dem Tennisnachwuchs fehlt es unter anderem auch einfach an Vorbildern und Idolen. Woher sollen die Kinder und Jugendlichen wissen, wie toll der Tennissport ist, mit welcher Dynamik und Power der Aufschlag im Match gespielt wird, und welches taktische Schachspiel so manches Tennismatch sein kann, als Boris Becker um die Tenniskrone auf dem Rasenplatz in Wimbledon gekämpft hat.
Im Kinder- und Jugendtraining von heutzutage ist immer wieder festzustellen, dass die Kinder von all der früheren Faszination vom Tennis gar nichts wissen, und mit dem”weißen Sport” von heute einfach nur das Hin- und Herspielen des Tennisballs verbinden. Das äußert sich dann in der Art und Weise, dass oft der kämpferische Einsatz im Training und Match fehlt, und z.B. das akribische Training des Ballwurfes, um sein eigenes Service zu einer richtigen “Waffe” im Match zu verbessern, lediglich zu einem unmotivierten Hochwerfen des Balles ausartet
Selten, dass man sowohl im Training als auch im Match Kinder oder jugendliche sieht, die wirklich schwitzen, außer Atem sind, oder einfach eine kurze Pause brauchen, um sich wieder zu erholen, weil sie in der vorigen Trainingseinheit, oder im letzten Spiel des Matches sich vollkommen verausgabt haben.
Diese Entwicklung ist gerade im Laufe der letzten Jahre besonders zu beobachten, weil die Kinder und Jugendlichen gar nicht mehr wissen, wie der “Sport” Tennis aussieht. Die Kinder und Jugendlichen kennen nur die “Freizeitbeschäftigung” Tennis. Dies liegt aber nicht nur daran, dass der Sport Tennis im Fernsehen weniger zu sehen ist, sondern auch daran, dass das allgemeine spielerische Niveau in den einzelnen Tennisvereinen immer mehr und mehr sinkt. Die Tennisschüler erleben es in ihren Tennisvereinen gar nicht mehr wie es klingt, wenn man einen ersten Aufschlag mit 200 km/h ins gegnerische Aufschlagfeld hämmert.
Die Kinder sehen auch nur noch in den seltensten Fällen, dass dort im Verein ein Spieler ist, der versucht jeden Ball zu erkämpfen, und nach jedem Ball eine drei Meter lange Rutschspur auf dem Sandplatz hinterlässt. All das würde den Tennisschülern von heute wieder eine Motivation und ein Antreiz sein, den Tennissport auch wieder in seiner sportlichen Variante zu verstehen, wie er zu Zeiten von Boris Becker von Millionen von Kindern betrieben wurde, und nicht nur einfach nur noch als gemütliche Freizeitbeschäftigung zu sehen. [Zur Startseite]
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