Matchtraining und Tennistaktik für Kinder und Jugendliche

Sinn und Zweck des Tennistrainings ist es, die Kinder und Jugendlichen im technischen, physischen und psychischen Bereich auf das Match vorzubereiten. Dabei ist den Kindern fast immer klar, dass man gute Grundschläge braucht, um auch gut Tennis spielen zu können. Je besser beispielsweise die Vorhand ist, um so erfolgreicher wird man im Tennismatch sein.

Dagegen muss man den Kindern und Jugendlichen gerade im Tennistraining verstärkt bewusst machen, dass man eine gute Schlagtechnik im Tennis nur dann auch erfolgreich anwenden kann, wenn man auch wirklich gut zum Ball steht. Was hilft eine saubere Schlagtechnik bei den Tennis-Grundschlägen, wenn man konditionell nur für eine viertel Stunde Tennismatch fit ist, und danach nur noch Fehler macht, weil man nicht mehr richtig zum Ball steht?

Darüber hinaus ist auch wiederum nicht zielführend, wenn man eine perfekte Schlagtechnik hat, außerdem konditionell topfit ist, aber die Schläge taktisch falsch einsetzt, oder dem Spieler bei wichtigen, matchentschiedenden Ballwechseln die Nerven versagen?

Für das Tennistraining heißt das in der Praxis, dass neben dem Techniktraining unbedingt auch ein spezifisches Konditionstraining durchgeführt werden muss, und in realistischen Trainingsspielen oder matchnahen Trainingsformen die Tennistaktik und Nervenstärke geschult werden muss. Es ist nur all zu häufig zu beobachten, dass viele Kinder und Jugendliche im Training ganz anders spielen, meist zu übermütig und zu schnell, als sie es dann wirklich im Tennismatch tun.

Aus diesem Grund gehört es auch zu den Aufgaben des Tennistraininers und des Jugendwarts, dass zumindest die Mannschaftsspieler regelmäßig Trainingsmatches spielen, damit sie ihr Matchverhalten schulen können. Allein die Erkenntnis der Kinder und Jugendlichen, dass meist derjenige Spieler gewinnt, der dem Gegner öfter die “Chance zum Fehler” gibt, ist schon viel wert. Das heißt, meist spielen die Kinder im Match viel zu risikoreich, und wollen den Punkt mit dem ersten Schlag erzwingen. Das klappt nur in den seltensten Fällen. Viel wichtiger ist es, den Kindern zu vermitteln, dass im Tennismatch ein Ballwechsel aufgebaut werden muss, in dem man während dem Ballwechsel immer mehr den Druck auf den Gegner erhöht, bis dieser wahrscheinlich den Fehler macht.

Meist gewinnt im Kinder- und Jugendbereich nicht unbedingt der schlagtechnisch bessere Spieler, sondern der taktisch klüger spielende Akteur. Je früher den Tenniskindern diese Erkenntnis bewusst wird, um so eher werden sie erfolgreicher Tennis spielen, und schneller positive Erfahrungen  sammeln. [Zur Startseite]

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