Tennis ist keine Kraftsportart

Es gibt viele Tennisspieler die nur mit Kraft spielen, und nicht mit Schwung oder Technik. Das sind dann auch genau die Tennisspieler, welche sich dann später auch mit Schulterverletzungen, Rückenbeschwerden oder einem Tennisarm herumplagen müssen. Tennis ist dagegen eine reine Schwungsportart, bei welcher man mit einer guten Schlagtechnik, die Bälle genauso hart spielen kann, als wie wenn man mit voller Kraft schlagen würde.

Am besten sieht man diese Tatsache immer wieder beim Kinder- und Jugendtennis. So gibt es z.B. 12 – 14 jährige Kinder und Jugendliche die mit deutlich weniger Kraft in den Armen als so mancher Erwachsener, die Bälle aber genauso hart schlagen können. Mit dem Unterschied, dass die Kinder und Jugendlichen die Beschleunigung des Balls durch eine saubere Schlagtechnik aufgrund einer perfekten kinematischen Kette zustande bringen. Außerdem kann man technisch sauber geschlagene Bälle, nicht nur sehr hart schlagen, sondern man kann sie auch viel genauer spielen.

Spielt man einen technisch sauberen Tennisschlag, so kommt ein harter Schlag aufgrund folgender kinematischen Kette zustande. Ausgehend von einem Auftaktschritt und einem Schlagschritt zum Ball hin, unterstützt durch eine weite Ausholbewegung, in Verbindung mit einer Körperrotation in der Längsachse um die Wirbelsäule, müssen sich alle daraus resultierenden Kraftvektoren summieren, und wenn möglich im Treffpunkt in die geplante Schlagrichtung gerichtet sein. Diese Kräfte werden idealerweise, aus den Beinen und dem Rumpf auf die Schulter, den Arm, und unterstützt durch einen gut getimten Handgelenkseinsatz, auf den Schläger übertragen, welcher seine Energie dann in einem frühen Treffpunkt des Balles vor dem Körper, auf den Ball überträgt.

Das Resultat aus dieser kinematische Kette ist ein mit Schwung und Technik geschlagener Ball, und kein mit roher Kraft geschlagener Ball, welcher meistens nur vollkommen unkontrolliert gespielt werden kann. Es ist immer wieder faszinierend, wenn man die hohe Schlaggeschwindigkeit von so manchen Kindern und Jugendlichen beobachten kann, obwohl diese meist vergleichsweise dünne Arme und wenig Körperkraft besitzen. [Zur Startseite]

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