Beim Tennis ist zwar die Schlagtechnik, die körperliche Fitness, die mentale Stärke und auch aber die Erfahrung und die taktische Cleverness sehr wichtig um erfolgreich zu spielen, aber es gibt noch andere Aspekte, die gerade im Kindertennis nie explizit angesprochen werden, aber eigentlich ganz leicht umzusetzen sind. Gemeint sind die Schlagbereitschaft der Kinder nach jedem Schlag und die richtige Technik dazu.
Gerade bei Tennisanfängern oder sehr jungen Spielern ist es oft zu beobachten, dass sie aufgrund ihrer schon relativ gefestigten Schlagtechnik, immer wieder ganz gute Schläge zustande bringen, danach aber vergessen weiterzuspielen. Das heißt, die Spieler sehen nicht, dass sie zwar im Ballwechsel einen Vorteil erspielt haben, diesen aber durch schlechtes Stellungsspiel oder durch mangelnde Schlagbereitschaft wieder aus der Hand geben.
Die klassische Situation ist die, dass ein Schlag sehr gut gelingt, der Spieler oder die Spielerin dem Ball einfach nur hinterherschaut, und weder die Grundstellung einnimmt, noch den Platz entsprechend der Spielsituation abdeckt. Zum Beispiel gelingt ein langer, knapper Vorhandschlag etwas außerhalb der Vorhandseite, und die Kinder schauen ganz fasziniert hinterher, ohne sich zur Platzmitte zurückzubewegen. Entweder, weil sie irrtümlich meinen ihr eigener Ball würde ins Aus gehen, oder weil sie annehmen der Punkt sei schon gewonnen. Wie es aber so oft in diesen Situationen ist, der Gegner bringt den Ball mit Glück aber vollkommen ohne Druck wieder zurück, und macht trotzdem den Punkt.
Der Hauptfehler der Kinder liegt also darin, dass sie gedanklich nicht weiterspielen. Egal was ist, während der eigene Ball ins gegnerische Feld fliegt, ist genügend Zeit sich wieder zur eigenen Platzmitte zurückzuorientieren, um wieder auf den gegnerischen Ball reagieren zu können, ob er denn kommt oder nicht. Die Kinder wollen es gerne vermeiden, im schlimmsten Fall einmal umsonst gelaufen zu sein. Sie spekulieren also mit dem Fehler des Gegners, weil sie einen guten Ball gespielt haben.
Dadurch werden aber oft wichtige Punkte verschenkt. Genauso besipielsweise mit dem falsch Einschätzen eines gegnerischen Balls. Oft verschätzen sich die Kinder und laufen zu einem knappen Schlag des Gegners erst gar nicht mehr hin, obwohl sie diesen Schlag sicherheitshalber leicht erreicht hätten.
Für all diese Spielsituationen muss der Trainer seine Tennisschüler darauf einschwören, egal nach welchem Schlag, immer schnell wieder das eigenen Feld abzudecken, um schlagbereit in Form der Split-Step-Technik den möglichen gegenerischen Schlag zu erwarten. Im schlimmsten Fall, haben die Kinder dann eben mal den “Rückweg” zur Mitte umsonst angetreten, und haben aber auf jeden Fall den Punkt gemacht. Die Kinder sollen erkennen, dass man einem tollen Ball auch im Zurücklaufen nachschauen kann. Hier bleiben die Kinder oft stehen und verlieren wertvolle Zeit.
Sind die Kinder dann zurück in der Feldmitte, müssen sie sich unbedingt angewöhnen immer auf den gegnerischen Schlag, im Schlagmoment des Gegners, eine Split-Step zu machen, damit sie nicht auf dem falschen Fuß erwischt werden können, und schneller in beide Richtungen starten können. Mit dem Split-Step wird das Körpergewicht auf beide Ballen verlagert, und macht ein schnelles Lossprinten möglich.
Außerdem sollen sich die Kinder angewöhnen, knappe Bälle die schon auf dem Boden aufgekommen sind immer zu schlagen. In dieser Situation werden oft Punkt verschenkt, weil sich die Kinder verschätzen, und Bälle die knapp an der Linie sind nicht mehr schlagen, obwohl sie diese leicht hätten schlagen können. Einen Ausball kann man unmittelbar nach dem “Sicherheitsschlag” immer noch ausgeben.