Archiv für die Kategorie „Schlagtechnik“

Die Drallarten beim Tennis

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Beim Tennis ist eine saubere Schlagtechnik die Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches und wirksames Spiel. Dabei kann man bei den Drallarten den geraden Schlag (oder Drive), den Topspin und den Slice unterscheiden. Alle drei Drallarten haben im Spiel ihre Vor- und Nachteile, erfordern eine unterschiedliche Schlagtechnik, und wirken sich vor allem in ihrem Flug- und Absprungverhalten unterschiedlich aus.

Beim geraden Schlag, oder dem Drive, trifft der Tennisschläger den Ball am “Äquator” des Balls mit einer Schlagbewegung von hinten nach vorne, bei einer senkrechten Schlägerstellung im Treffpunkt. Dadurch wird die gesamte Bewegungsenergie des Schlägers fast komplett nur in die Vorwärtsbewegung des Balls oder Beschleunigung des Balls hineingebracht, womit der Ball beim Drive am schnellsten wird. Der Drive ist aufgrund seiner Schnelligkeit besonders gut als Angriffsball gedacht, hat eine flache Flugbahn und wird im Optimalfall immer als langer Ball bis an die Grundlinie des gegenerischen Feldes gespielt.

Beim Topspin trifft der Tennisschläger den Ball mit einer mehr oder weniger “geschlossenen” (die Schlagfläche zeigt nach unten) Schlägerhaltung, in einer Aufwärtsbewegung des Schlägers, überhalb des Äquators. Dadurch wird der Ball in eine Vorwärtsrotation (Topspin) versetzt. Die Flugbahn des Balles wird höher (aufgrund der entstehenden Luftverwirbelungen), und der Ball springt nach dem Aufkommen höher ab. Die Bewegungsenergie des Schlages wird beim Topspin nicht mehr voll in die Geschwindigkeit des Balles umgewandelt, sondern auch in dessen Rotation. Vor dem Aufkommen auf dem Boden hat der Ball eine Vorwärtsdrehung, welche er auch nach dem Absprung beibehält, allerdings ist der Absprungwinkel des Balls etwas flacher als der Einfallwinkel, weil der Ball durch die Rotation bei der Berührung mit dem Boden nach vorne beschleunigt. Bei Topspin ist ein deutlich besseres Winkelspiel möglich, und diese Schlagart ist deutlich weniger anfällig bei windigen Wetterverhältnissen.

Beim Slice wird der Ball bei offener Schlägerhaltung durch eine Vorwärts- / Abwärtsbewegung des Schlägers in eine Rückwärtsrotation versetzt. Die Flugbahn des Balls ist flacher als beim Topspin. Der Ball fliegt mit Rückwärtsdrall bis zum Aufsprung, dort wird der Drall in Vorwärtsdrall umgewandelt. Durch die Drallumkehr bremst der Ball beim Aufsprung ab, womit der Absprungwinkel etwas höher ist als der Einfallwinkel. Allerdings ist der Absprungwinkel beim Slice immer noch deutlich flacher als beim Topspin.

Alle drei Drallarten erfordern unterschiedliche Schlagtechniken, und haben auch unterschiedliche taktische Einsatzzwecke. In der Variation der Drallarten liegt der Schlüssel zu einem erfolgreichen Tennisspiel, aus diesem Grund sollte jeder Tennisspieler diese Schlagtechniken beherrschen. [Zur Startseite]

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Bestimmte Spielvarianten
immer wieder intensiv trainieren

Dienstag, 8. September 2009

Ein gutes Tennistraining beinhaltet nicht nur das Einüben und Trainieren bestimmter Schläge, sondern auch das Training bestimmter Spielvarianten. So kann man man immer einen Angriffsball scharf, aggressiv und überrissen in die Ecken schlagen. Ein effektiver Angriffsball ist aber auch ein langer, flacher Slice in die Platzmitte an die gegnerische Grundlinie, da man bei dem Sliceangriffmehr Zeit hat um ans Netz vorzurücken, und der Gegner bei einem Passierball aus der Platzmitte einen schlechteren Winkel hat.

In diesem Zusammenhang geht also nicht um die reine Schlagtechnik, sondern um das Training der Fähigkeit das eigene Schlagrepertoire voll auszunützen und mit einem variatenreichen seinen Gegner immer wieder zu überraschen, dass sich dieser nicht immer auf den selben Ball oder den Spielzug einstellen kann.

Eine weitere Variante ist es, das Spiel mit der Rückhand immer wieder mit Sliceschlägen zu gestalten, und dann ab und zu einen überraschenden Stop einzubauen. Der Grund für die Effektivtät dieser Variante liegt darin, dass man gegen einen Topspin-Spieler einen Stop leicht erkennt, weil die Ausholbewegung ganz anders ist. Spielt man die Rückhand aber auch ab und zu mal mit Slice, so kann man den Stopball, aufgrund der gleichen Ausholbewegung, besser “tarnen”.

Eine Spielvariante ist es auch das Tempo zu wechseln. Je nach Spielweise des Gegners ist nicht immer erforderlich jeden Ball vool durchzuziehen. Man kann auch mal bewusst das Tempo aus den Schlägen nehmen, um dem Gegner auch mal die Chance zu Fehler zu geben. genauso ist verhält es sich mit der Variation in den Drallarten der einzelnen Schläge.

Auch im Doppel sollteman keine eintönige und immer gleiche Strategie anwenden. Als Returnspieler ist gerade bei einem offensiven gegnerischen Doppel ein kurzer Slcie-Return corss vor die Füße des aufrückenden Aufschlägers oft effektiver als ein schaf geschlagener gerader Return. Steht das gegnerische Doppel gut und oft am Netz vorne bietet sich immer auch die Variante eines Lobs über der schlechteren Spieler der Gegner an. Im Doppel ist es gerade gegen etwas schlechtere Aufschlagspieler auch immer wieder eine überraschende Variante, als retournierender Spieler mit Chip-and-Charge die Gegner zu überraschen, das heißt man spielt den Return im aufsteigen und in der Vorwärtsbewegung als Slice zurück und rückt gleich ans Netz vor.

Je unberechenbarer die eigene Spielweise für den Gegner wird, um so erfolgreicher wird das eigene Spiel. Natürlich wird der Gegner mit den gleichen Mitteln versuchen erfolgreich zu sein. Die Kunst ist es nun die jeweiligen Spielsituationen schnell zu erkennen, und die richtige Variante anzuwenden. Je besser es der Tennistrainer im Jugendtraining schafft, den Kinder und Jugendlichen diesen Variantenreichtum zu vermittelund umzusetzen, um so erfolgreicher werden die Kinder Tennis spielen. [Zur Startseite]

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Einspielphase – lockeres Spielen will gelernt sein

Montag, 27. Juli 2009

Besonders im Training ist es immer wieder im Kinder- und Jugendtennistraining festzustellen, dass die kleinen Tenniskinder und Jugendlichen gleich mehr oder weniger mit Vollgas zu spielen beginnen. Dies ist aber gerade zu Beginn einer Trainerstunde oder eines Tennistrainings eher kontraproduktiv, weil die Verletzungsgefahr steigt, und es ja eigentlich in der Einspielphase darum geht, Ballgefühl für den Schlag zu entwickeln, sich spezifisch aufzuwärmen und lockere, technisch saubere Tennisschläge auszuführen.

Genau an dieser Stelle der Einspielphase kommt natürlich immer der Hinweis oder die Aufforderung des Trainers sich doch ordentlich und effektiv einzuspielen. Harte und risikoreiche Tennisschläge kommen ja eh meist im Verlauf des Tennistrainings oder im Rahmen von Trainingsmatches. Das Resultat dieser Traineranweisung ist dann meist, dass die Kinder nur noch lasch rumstehen, und keine sauberen Schläge mehr machen.

Für die Kinder und Jugendlichen ist es also sehr schwer umzusetzen oder zu verstehen, dass man auch bei leichten Schlägen in der Einspielphase genauso 100%-ig sauber zu den Schläge stehen muss, wie bei harten Schlägen. Das heißt also, auch leichte Schläge erfordern eine optimale Beinarbeit, nur die Schlaghärte wird zurückgenommen. Die Kinder müssen sich also bewusst machen, dass man sich auf dem Tennisplatz immer optimal bewegen muss, und die Kraft bzw. den Schwung aus dem Schlagarm heraus entsprechend dosieren muss.

Die Beine bzw. die Beinarbeit müssen also immer zu 100 Prozent eingesetzt werden, und die Kraft bzw. der Schwung aus dem Oberkörper heraus muss entsprechend der jeweiligen Aufgabe dosiert werden. Für die Kinder ist oft die Aufforderung leichter und kontrollierter zu spielen, auch scheinbar die Aufforderung sich schlechter zu bewegen. [Zur Startseite]

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Kinder-Tennistraining ohne Schläger

Mittwoch, 15. Juli 2009

Gerade für die kleinsten Tenniskinder und Anfänger steht zunächst gar nicht das Tennisspiel mit dem Schläger im Vordergrund, sondern das Ballgefühl, die Auge-Hand-Koordination und tennisspezifische Bewegungsabläufe. Das Spiel mit dem Tennisschläger ins gegnerische Feld kommt dann später in einem zweiten Schritt.

Ebenso kann man die im Anschluss beschriebenen Tennisübungen auch als Aufwärmtraining auch für schon etwas größere Tenniskinder verwenden:

1.) Ball in einer bestimmten Höhe Fangen: Gerade die kleinen Tennisspieler, die ihre ersten Tennisversuche auf dem Platz machen, versuchen instinktiv den Ball mit dem Schläger im möglichst höchsten Punkt zu schlagen. Dies vor allem aus Angst davor, dass sie den Ball nicht mehr vor dem zweiten Mal Aufspringen erwischen. Aber genau dieser hohe Treffpunkt steht im Widerspruch zu der richtigen Schlagtechnik beim Tennis. Die Schlagbewegung bei Vor- und Rückhand erfolgt eben von hinten unten nach vorne oben, und nicht von oben nach unten. Das Auge muss also so geschult werden, dass die Kinder die Höhe des Treffpunktes einschätzen können, um später beim richtigen Tennisschlag den Ball etwa in Oberschenkel- bis Hüfthöhe schlagen zu können.

Eine gute Übung dazu ist es, den Ball hoch senkrecht nach oben zu werfen, und die Kinder sollen versuchen den Ball nach einmaligem Aufspringen möglichst tief kurz vor dem zweiten Bodenkontakt mit der Hand zu fangen. Dadurch lernen die Kinder den Ballsprung besser einzuschätzen und können sich die Höhe des Treffpunktes bewusst machen. Eine Variation dieser Übung ist es, den Kindern vorzugeben, dass sie den Ball im höchsten Punkt, oder beispielsweise auf Kopfhöhe fangen sollen.

2.) Einen zugeworfenen Tennisball mit einem Hütchen auffangen: Ebenso eine wichtige Vorstufe zum späteren Tennisschlag, ist es den Ballflug nach dem Absprung richtig einschätzen zu lernen, und im richtigen Moment, sprich dem Treffmoment, eine zielgerichtetet Aktion zu machen. Die Kinder sollen also einen vom Trainer zugeworfenen Ball mit einem umgedrehten Hütchen fangen. Dies erfordert ebenso eine zielgerichtete Auge-Hand-Koordination, und kommt der späteren Spielsituation durch den richtigen Ballflug schon sehr nahe. Variationen sind durch das Auffangen des Balles mit dem Hütchen mit der linken als auch mit der rechten Hand möglich.

3.) Den Tennisball mit der Hand übers Netz schlagen: Auch sehr effektiv für die Auge-Hand-Koordination ist folgende Übung. Die Kinder stehen etwa einen Meter vom Netz entfernt und werfen sich den Tennisball selbst an. Nach einmaligem Aufspringen, sollen sie versuchen den Ball im richtigen Treffpunkt mit der Hand über Netz zu schlagen. Auch hierbei spielt die richtige Schlagtechnik, wie zB der richtige Griff, noch keine Rolle. Die Kinder sollen lediglich versuchen das richtige Timing und Ballgefühl für den Tennisschlag zu erlernen. [Zur Startseite]

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Richtiges Aufwärmen und Einspielen vor dem Tennismatch

Dienstag, 7. Juli 2009

Es ist immer wieder oft zu beobachten, dass sich die meisten Tennisspieler vor einem Match weder genügend Aufwärmen, Einlaufen oder Dehnen, noch dass sie sich sinnvoll mit dem Gegner einspielen. Gerade das Aufwärmen und Einspielen vor dem Tennismatch ist aber ein wichtiger Faktor um erfolgreich ein Tennismatch bestreiten zu können, und vor allem auch verletzungsfrei wieder vom Platz gehen zu können.

Gerade beim Tennis besteht durch die schnellkräftigen und einseitigen Belastungen eine gewisse Verletzungsgefahr, wenn man sich nicht richtig auf das Match vorbereitet. So sollte man sich auf jeden Fall genügend Zeit vor dem Match nehmen sich einzulaufen, die Muskulatur, Sehnen und Bänder warmzumachen und etwas zu dehnen bzw. zu lockern, und vor allem den Kreislauf in Schwung zu bringen. Damit steigt die Belastbarkeit des Körpers, man wird leistungsfähiger und das Verletzungsrisiko sinkt.

Bereitet man seinen Körper durch ein gutes Aufwärmtraining entsprechend auf das Match vor, spielt die Einspielphase mit dem Gegner ein genauso wichtige Rollen. Hierbei geht es darum, genügend Sicherheit und Ballgefühl für die eigenen Schläge zu bekommen, und aber auch die Spielweise des Gegners schnell zu analysieren. Nutzt man das Einspielen nur dazu dem Gegner imponieren zu wollen, und haut nur unkontrolliert auf den Ball und versucht lauter Trickschläge, wird dies nicht zu einem erfolgreichen Spielverlauf beitragen.

Genauso ist es wichtig sich die Stärken und Schwächen genau anzuschauen, und zu studieren, damit man sich gleich eine Spieltaktik bereitlegen kann. Besonders wichtig ist die Einspielphase für das Timing und den komplexen Bewegungsablauf des Aufschlages. Vor allem in Hinblick darauf, dass dies der wichtigste Schlag im Match ist, weil der Gegner hierbei keinen Einfluss auf den Schlag hat.

Viele Tennisspieler lassen sich auch gerne davon täuschen, dass sie im Fernsehen oder bei Turnieren nur immer die 5-minütige Einschlagphase der Tennisprofis wie Federer & Co. sehen. Dass sich die Profis davor aber schon etwa 30 bis 45 Minuten auf einem Trainingsplatz warmgeschlagen, daran denkt niemand. [Zur Startseite]

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Laufen – Stehen – Schlagen: Eine Tennis-Grundregel für den Volley

Montag, 22. Juni 2009

Nicht viele Tennisspieler bevorzugen Serve-and-Volley bei jedem Ballwechsel, und schon gar nicht Kinder . Dennoch ist man immer wieder gezwungen, durch kurze Bälle des Gegners ans Netz vorlaufen zu müssen, um danach den ein oder anderen Volley zu schlagen. Um diese unvermeidliche Spielvariante im Tennis möglichst gut und erfolgreich meistern zu können, gibt es für den Volley beim Tennis eine wichtige Grundregel: Laufen – Stehen -  Schlagen.

Der entscheidende Punkt für eine gute Volleytechnik ist es, den Volley aus einer Art Drehscheibenposition auf dem T, im Gleichgewicht, auf den Ballen stehend und vor allem zielgerichtet einzuleiten und durchzuführen. Dies zur Theorie.

In der Praxis sieht es eher so aus, dass die meisten Tennisspieler aus vollem Lauf versuchen den Ball am Netz zu erreichen, und an die meisten Bälle nicht kommen, weil sie aus der Vorwärtsbewegung im Lauf kaum eine Möglichkeit haben, die Richtung zielgerichtet zum Volley hin zu ändern.

Richtig wäre und vor allem viel erfolgreicher ist es, beim Netzangriff so weit bzw. so lange nach vorne zu laufen, bis der Gegner kurz vor seinem Schlag ist. In diesem Moment muss man den Lauf abbrechen, und durch einen Splitstep in einen sicheren  Stand auf den Ballen kommen. Das Gewicht muss also unbedingt auf beide Beine gleichmäßig verlagert werden. Nur so kann man es verhindern, auf dem falschen Fuss passiert zu werden. Auch wenn man es bei seinem “Nach-vorne-Laufen” nur bis zur T-Linie geschafft hat, ist es wichtiger früher abzustoppen,um aus dem Splitstep heraus noch genügend Zeit zu haben, die Richtung des gegnerischen Balls zu erkennen, um danach zielgerichtet den Volley mit einer sauberen Schlagtechnik durch einen Auftaktschritt und einen Schlagschritt sauber zu spielen.

Genau dieser Auftaktschritt und der Schlagschritt ist es, was den meisten Tennisspielern nicht ins Blut übergegangen ist, weil man durch diese Beinarbeit, nochmal deutlich dem Ball entgegen gehen kann, und somit den Ball weiter vorne am Netz schlagen kann. Der Vorteil, durch das Abstoppen, konnte man zielgerichtet die Richtung zum Schlag ändern, als dass man ohne abzustoppen zwar weiter vorne steht, aber nicht mehr die Richtung zum Schlag einschlagen kann.

Zwar schlägt man effektiv den Volley etwas weiter hinten, aber dafür kontrollierter, außerdem ist man nicht so nah am Netz und kann schwerer überlobbt werden, man hat mehr Reaktionszeit, und man kann eh in den meisten Fällen nicht mit dem ersten Volley den Punkt machen. Vielmehr dient der erste Volley dazu, den Gegner unter Druck zu setzen, und ihn zu einem schlechten Ball zu zwingen, damit man mit dem zweiten Volley den Punkt macht.

Außerdem muss man als Netzspieler immer noch bedenken, dass schnelle Angriffsbälle logischerweise auch schneller bzw. eher wieder zurückkommen, und man es darum eh nicht schafft bis ganz vor ans Netz zu stürmen. [Zur Startseite]

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Richtung, Drall, Geschwindigkeit, Länge und Höhe des Balls

Mittwoch, 17. Juni 2009

Es ist oft festzustellen, dass sich viele Tennisspieler, und vor allem auch Kinder, beim Tennis kaum Gedanken machen, was für einen Ball bzw. Schlag sie spielen wollen, bzw. wie der Schlag dann letztendlich geklappt hat. Gerade für Kinder ist es einfach nur wichtig, den Ball wieder zurück in die gegnerische Hälfte zu spielen, ohne sich aber Gedanken zu machen ob der Ball genau ihren Vorstellungen entsprochen hat. Das heißt, es fehlt in vielen Fällen die Rückkopplung, um bei eventuellen fehlerhaften Schlägen diesen Ball beim nächsten Schlagversuch bewusst besser zu machen.

Voraussetzung für jeden Schlag beim Tennis ist zunächst ein der jeweiligen Spielsituation entsprechender Schlag, also ein Plan. Man darf also nicht den Ball einfach so übers Netz schlagen, sondern braucht für jeden Schlag eine Vorstellung, auf welchen Punkt genau und beispielweise mit welcher Länge der Ball wohin im Feld gespielt werden soll.

Grundsätzlich muss jeder Tennisspieler seine Schläge in Richtung, Drallart, Geschwindigkeit, Länge und Höhe des Balls kontrollieren können. Nur so kann man einen geplanten Schlag auch wirklich kontrolliert ausführen. Stimmt einer dieser 5 Parameter nicht, so gilt der Schlag eigentlich als misslungen, bzw. als nicht kontrolliert geschlagen. Viele Spieler sehen das aber nicht, weil sie vor dem Schlag gar keine Vorstellung des eigenen Schlages hatten. Man sollte also versuchen sich vor dem inneren Auge die geplante Flugbahn des Balles genau vorzustellen.

Schlägt man zum Beispiel einen geplanten langen Ball an die Grundlinie, viel zu kurz, also beispielsweise nur ins T-Feld, so sehen die meisten Spieler in diesem eigentlich schlechten Ball, gar keinen Fehler, weil der Ball ja ins gegnerische Feld gespielt wurde. Dass der Schlag aber deshalb zu kurz würde, weil der Spieler den Ball zu spät getroffen hat, sehen die wenigsten Spieler. Den meisten Spielern fehlt in einem solchen Fall die Fähigkeit zur Rückkopplung und Analyse, damit man einen erkannten Fehler beim nächsten geplanten Schlag nicht wieder macht.

Diese Fähigkeit, den Ball in Richtung, Drallart, Geschwindigkeit, Länge und Höhe kontrollieren zu können, ist unheimlich wichtig, um bewusst, mit Selbstvertrauen und vor allem erfolgreich Tennis spielen zu können. Auch dieser Aspekt sollte in jedes Training mit eingebaut werden.

Kann ein Tennisspieler einen dieser Faktoren nicht bewusst steuern, kann der jeweilige Schlag nie so ausgeführt werden, wie er eigentlich geplant war. Es ist also absolut wichtig, seine eigenen Schläge analysieren zu können, und aufgrund des eigenen Verständnisses für die Schlagtechnik zu wissen, welchen Fehler man beim vorigen Schlag gemacht, hat und wie die Lösung für den nächsten Schlag aussieht. Diese Fähigkeit verhilft jedem Spieler zu einem bewussteren und somit erfolgreicheren Tennisspiel, womit man auch wesentlich mehr Spaß am Tennis hat. [Zur Startseite]

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Doppeltaktik und Spielformen im Tennisdoppel

Mittwoch, 3. Juni 2009

Tennis ist zwar überwiegend eine Einzelsportart, aber dennoch ist das Tennisdoppel nicht zu vernachlässigen und schon gar nicht zu vergessen. Das Training des Doppels beim Tennis ist vor allem für alle Spieler, die an Tennis-Mannschaftswettbewerben (Medenspiele) teilnehmen sehr wichtig, weil hier sowohl Einzel als auch Doppel gespielt werden. Meistens entscheidet der Erfolg bei den Tennisdoppeln über den Ausgang des gesamten Mannschaftsspieltages. Außerdem profitiert jeder Einzelspieler sowohl von den technischen und taktischen Fähigkeiten und Erfordernissen die fürs Tennisdoppel erforderlich sind.

Die großen Unterschiede des Doppels zum Einzel im Tennis bestehen in der permanenten Absprache des nächsten Spielzuges beider Doppelpartner und in dem blinden Spielverständnis der beiden Spieler in bestimmten Spielsituationen. Grundsätzlich wird ein Tennisdoppel am Netz gewonnen, womit der Volley eine große Rolle spielt. Sind beide Partner am Netz so ist es besonders wichtig so gut eingespielt zu sein, dass situationsabhängig klar ist, wer gegnerische Bälle volliert die in die Mitte beider Spieler kommen, und wer hohe Lobs schmettert. Besteht hier Uneinigkeit beider Partner gewinnt der Gegner meist den Punkt.

Besonders wichtig ist die Absprache beider Spieler wohin bei eigenem Aufschlag der eine Partner serviert. Soll der Aufschlag in die Mitte kommen, so muss sich der Netzspieler auf den gegnerischen Return anders einstellen, als wenn der Aufschlag nach außen geht, und der Netzspieler mehr die Longlineseite abdecken muss. Dazu ist viel Training nötig.

Eine Grundregel beim Doppel besagt, dass man immer cross returnieren muss. Kommt der gegnerische Netzspieler an den Return heran, bedeutet das in den meisten Fällen Punktgewinn für den Gegner. Deshelb muss der Return möglichst weit weg vom Netzspieler. Spielt der Gegner einen Lob über den Netzspieler, den dieser nicht erreichen kann, ist der Partner des überlobbten Netzspielers gezwungen seine Seite zu verlassen, um den Lob zu erlaufen. In der Zwischenzeit muss der überlobbte Netzspieler ebenfalls auf die nun freigewordene Seite des Feldes wechseln, weil diese sonst ganz offen wäre.

Ein gutes Rezept gegen zwei am Netz stehende Spieler ist es, den Ball genau in die Mitte der beiden Spieler zu schlagen, weil es dabei oft zu Missverständnissen kommt wer den Ball nehmen soll. Außerdem ist es für die Netzspieler von der Mitte aus schwieriger einen Volley zu platzieren, weil der Winkel hierbei ungünstiger ist.

Als ans Netz stürmender Aufschläger reicht es meist schon den Volley nicht gleich gewinnbringend und risikoreich ins gegnerische Feld zu spielen, sondern einfach lang wieder auf den Returnspieler zurück zu vollieren, weil es für diesen schwierig ist, gegen zwei gut am Netz positionierte Spieler den Punkt zu machen.

Das Tennisdoppel unterscheidet sich in technischen und taktischen Erfordernissen in vielen Punkten deutlich vom Einzel, wobei aber jeder Spieler sowohl von Doppelspielweise als auch von der Einzeltaktik profitiert. Aus diesem Grund sollte man weder auf ein gezieltes Doppeltraining, noch auf viele Doppel-Trainingsmatches verzichten. [Zur Startseite]

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Den Ball des Gegners frühzeitig erkennen

Sonntag, 31. Mai 2009

Beim Tennis spielt es eine große Rolle, wie früh man den gegnerischen Ball bzw. Schlag erkennt, bzw. wie gut man dessen Spiel erkennen oder den “Ball lesen” kann. Das bedeutet nicht, dass jeder eine sehr gute Reaktion braucht, sondern man sollte schon vor dem Schlag des Gegners, aufgrund dessen Körperstellung, aufgrund dessen Schlägerhaltung und auch aufgrund seiner eigenen Spielerfahrung erkennen können, welcher Ball jetzt kommen wird. Grundvoraussetzung dafür ist, dass man selbst eine gute Schlagtechnik hat, und Bewegungsmuster für jede Schlagtechnik erkennen kann.

Gerade beim Tennis spielt das frühzeitige Erkennen des gegnerischen Balls eine große Rolle, weil man nicht viel Zeit zu reagieren hat. Je früher man den gegnerischen Schlag erkennt, um so eher kann man reagieren, und um so besser wird der eigene Schlag werden.

Wenn man selbst eine gute Aufschlagtechnik hat, und die Wirkung jedes einzelnen Bewegungsmusters bei einem Tennisschlag kennt, kann man schon an dem Ballwurf des Gegners (Rechtshänder) erkennen, dass dieser beispielsweise den Ball auf die rechte Körperseite geworfen hat, und dass sehr wahrscheinlich ein Sliceaufschlag bzw. ein Cross-Aufschlag kommen wird. Wenn man den Gegner genau beobachtet kann also schon im Vorfeld des Schlages, mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit erkennen, welcher Schlag kommen wird. Genauso ist es zum Beispiel mit einem Stop. Für den Stop braucht man eine ganz andere Schlägerhaltung und eine andere Schlagbewegung, die man mit einem geschulten Auge erkennen kann, bevor der Gegner den Ball überhaupt geschlagen hat.

Eine offene Schlagstellung bei den Grundschlägen deutet meistens auf einen Cross-Schlag hin, während eine geschlossene und schön seitliche Schlagstellung des Gegners eher einen Longlineschlag erwarten lässt.

Für das Kindertraining bedeutet dies, dass die Kinder selbst möglich genau jede Schlagtechnik kennen und beherrschen müssen, und vor allem die Schläge ihres Gegners frühzeitig erkennen müssen. Wenn die Kinder selbst einen Rückhand-Slice erkennen, und das Schlagprinzip verstanden haben, werden sie schon anhand der Ausholbewegung und der Schlagbewegung des Gegners schon den Slice des Gegners erkennen. Und natürlich auch dementsprechend auf die jeweiligen gegnerischen Schlag richtig reagieren können.

Je größer die Erfahrung der Kinder ist, desto eher wissen sie auch, dass in bestimmten typischen Spielsituationen nur ein bestimmter Schlag des Gegners besonders wahrscheinlich ist. Demgegenüber spielt natürlich auch wieder der Spielwitz und die technischen Möglichkeiten eines jeden Tennisspielers eine Rolle, den Schlag zu spielen, den der Gegner nicht erwartet. Trotz der Tatsache, dass es möglich ist viele Schläge des Gegners zu lesen, sind beim Tennis doch immer wieder viele Überraschungsmomente möglich, was das Spiel so spannend und interessant macht. [Zur Startseite]

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Aufschlagtraining: Auch den Ballwurf trainieren

Samstag, 16. Mai 2009

Für jeden Tennisspieler ist es selbstverständlich den Aufschlag zu trainieren, wenngleich wahrscheinlich jeder auch weiß, dass man den Aufschlag dennoch mehr trainieren könnte. Nur aufgrund der Tatsache, dass der Aufschlag der einzige Schlag beim Tennis ist, der nicht vom Gegner beeinflusst werden kann, wird das Aufschlagtraining trotzdem meist vernachlässigt. Und wenn, dann trainiert doch kaum jemand speziell den Ballwurf.

Aber gerade ein präziser Ballwurf ist absolut entscheidend für einen guten und somit erfolgreichen Tennisaufschlag. Die Schlagbewegung für den Aufschlag ist vergleichsweise einfach und schnell zu lernen, weil es sich dabei um einen natürlichen Bewegungsablauf handelt. Man kann die Schlagbewegung beim Aufschlag auch sehr gut mit einem Schlagballwurf vergleichen.

Das Training des Ballwurfs wird meist sehr vernachlässigt, weil es oft langweilig erscheint. Dabei sollte jeder Tennisspieler nur einmal 10 Ballwürfe jeweils für einen geraden Aufschlag, einen Kickaufschlag und einen Sliceaufschlag machen, die Bälle nicht schlagen, sondern auf dem Boden aufkommen lassen, und die Punkte auf dem Boden markieren. Jeder Tennisspieler wird überrascht sein, wie groß dieses Streuungsbild sein wird. In der Praxis bedeutet das Folgendes: ein sehr komplexer und äußerst präziser Schlag, wird mit immer wechselnden Bedingungen, nämlich einem ungenauen Ballwurf, ausgeführt. Da braucht sich eigentlich kein Spieler wundern, wenn der Aufschlag ein Schwachpunkt ist und bleibt.

Auch für Spieler mit eines anfangs richtigen und sehr guten Schlagbewegung hat ein schlechter Ballwurf große Nachteile, weil man den falsch geworfenen Ball mit dieser Bewegung nicht schlagen kann. Das bedeutet man muss einen Fehler (den schlechten Ballwurf), mit einer falschen Aufschlagbewegung ausgleichen. Das Resultat ist ein immer schlechter werdender Aufschlag, und im schlimmsten Fall auch gesundheitliche Beschwerden.

Aus diesem Grund solte sich jeder Tennisspieler, und vor allem auch im Kindertraining, die Zeit nehmen, den Ballwurf immer wieder intensiv zu trainieren. Dies muss nicht einmal auf dem Tennisplatz sein. Man kann sich einen Kreis mit etwas 30 cm Durchmesser auf dem Boden markieren, und damit kontrollieren, ob der Ballwurf richtig war. Dieser Kreis sollte (beim Rechtshänder) beim Sliceaufschlag etwas rechts vom Körper sein, beim geraden Aufschlag vor dem Körper, und beim Kickaufschlag etwas links vom Körper.

Wichtig ist beim Training des Ballwurfes, dass man den Ballwurf im Zusammenhang mit der richtigen Aufschlagbewegung macht, und den Ball aber dabei nicht schlägt, sondern auf dem Boden aufkommen lässt. [Zur Startseite]

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