Ein erfolgreicher Spieler ist nicht nur deshalb erfolgreich, weil er konditionell stark ist, eine gute Schlagtechnik hat, und mental sehr stark ist, sondern er ist auch deshalb erfolgreich, weil er sein eigenes Tennisspiel gut analysieren kann, seine eigenen aktuellen Stärken und Schwächen schnell und effektiv analysieren kann, und sein Spiel dementsprechend anpassen kann. Dies gilt natürlich ebenfalls für das Spiel des Gegners.
Ein guter Tennisspieler hat die Fähigkeit von der Wirkung auf die Ursache zu schließen, um dadurch den nächsten Schlag besser zu gestalten. Das heißt beispielsweise, wenn man als Aufschläger den Ball immer knapp ins Netz schlägt, muss man die Fähigkeit haben, den Grund für die Netzbälle zu analysieren, und dies beim nächsten Aufschlag bewusst anders zu machen. Es geht nicht darum, durch das Erkennen eines Fehlers danach gleich perfekt zu spielen, sondern es geht darum durch das Erkennen eines Fehlers beim nächsten Aufschlag diesen gleichen Fehler zu vermeiden, und wenigstens einen anderen Fehler zu machen, und nicht wieder den gleichen Fehler zu begehen. Man muss also bewusst Tennis spielen, und durch die Kenntnis der technischen Feinheiten eines Schlages, und das Erkennen der eigenen Bewegungsmuster, die vorige Fehlerquelle vermeiden.
In der Praxis hieße dies beim beschriebenen Aufschlagfehler ins Netz: der Ball geht nur deshalb ins Netz, weil man den Ball zu weit nach vorne geworfen hat. Wenn man dies erkannt hat, muss man in der Lage sein, den Ball beim darauffolgenden Aufschlag nicht mehr so weit vor den Körper zu schlagemn, damit der Ball wenigstens übers Netz geht, um nicht den gleichen Fehler wieder zu begehen. Ob der Ball dann gleich ins Aufschlagfeld geht, oder kanpp ins Aus, ist eine andere Sache. Hauptsache der “alte” Fehler wurde bewusst vermieden, und man hat das Gefühl sein eigenes Tennisspiel steuern zu können.