Artikel-Schlagworte: „Stellungsspiel“

Das Stellungsspiel beim Tennis

Donnerstag, 29. Dezember 2011

Schnelligkeit ist beim Tennis ein wichtiger Faktor, aber dies allein reicht nicht aus. Vielmehr muss man beim Tennis zum einen die Fähigkeit zur Antizipation haben, und vor allem auch in gutes Stellungsspiel. Beides trägt zu dazu bei die Schnelligkeit beim Tennis zu verbessern, und somit erfolgreicher zu spielen.

Ein guter Sprinter ist beim Tennis sicher im Vorteil. Aber allein die Fähigkeit der schnellen Beine ist nur ein Faktor um gut und erfolgreich zu spielen. Wenn man darüber hinaus noch die Fähigkeit zur Antizipation der gegnerischen Aktionen hat, kann man früher reagieren, und somit seine Schnelligkeit steigern. Antizipation ist das Ergebnis langjähriger Erfahrungen, die Aktionen des Gegners vorauszuahnen. Hierbei kann man sich aufgrund bestimmter Bewegungsmuster und sportartspezifischer Verhaltensweisen des Gegners und aufgrund eines großen technischen und taktischen Verständnisses auf die Spielweise des Gegners schneller einstellen, und somit eher reagieren.

Das richtige Stellungsspiel erleichtert das Tennisspiel ganz besonders. Grundsätzlich geht es hierbei darum den Platz entsprechend der gegnerischen Spielposition und den schlagtechnischen Möglichkeiten des Gegners ideal abzudecken. Im Grundsatz spielt hierbei vor allem das Verhalten eines Torwarts die entscheidende Rolle, in dem man sich immer auf der Winkelhalbierenden des möglichen gegnerischen Schlages befindet, um auf beide Seiten die gleiche Laufstrecke bzw. Reaktionszeit zu haben.

Im Grundsatz sollte man sich immer möglichst in der Platzmitte aufhalten, um optimal den nächsten Ball erreichen zu können. Je weiter man den Gegner durch seinen eigenen Schlag beispielsweise nach links aus dessen Platzhälfte heraustreibt, desto weiter muss man sich bei dessen Schlag nach rechts auf seiner eigenen Platzhälfte orientieren, das sich dem Gegner ein größeres Winkelspiel eröffent.

Kindertennis: weg von der Grundlinie!

Montag, 21. Februar 2011

Jedes Kind macht seine ersten Tenniserfahrungen im Kleinfeld. Aus diesem Grund gewöhnen sich die Kinder daran, immer innerhalb des gesamten Tennisplatzes, sprich innerhalb der Linien des Platzes zu stehen. Wenn die Kinder langsam größer werden und ihre ersten Spielversuche auf das ganze Feld machen, dann bleibt diese Orientierung erhalten, und die Kinder stehen im Feld. Die Erfahrung aus der Praxis hat gezeigt, dass die Tenniskinder in dieser Phase ihrer Tenniskarriere die meisten Fehler deshalb machen, weil sie falsch stehen, bzw. zu weit im Feld stehen. Die Folgen: 1.) Die Kinder können sich leicht eine falsche Schlagtechnik angewöhnen, weil der Treffpunkt des Balls zu hoch ist; 2.)  sie entwickeln ein falsches Timing für den Schlag, weil sie den Ball oft im Aufsteigen nehmen müssen; 3.) die Kinder machen unnötige Fehler, weil sie zu nah am Ball stehen. Dies ist ein einfacher, aber ganz wichtiger Punkt auf den jeder Jugendtrainer achten muss.

Jeder Tennisspieler weiß, dass das Stellungsspiel beim Tennis für einen sauberen und erfolgreichen Tennisschlag von sehr großer Bedeutung ist. Wenn die Kinder von Haus aus eine falsche Ausgangsposition für ihre Schläge haben, dann ist das Problem hierbei nicht mal eine möglichweise schlechte Beinarbeit, sondern es besteht darin, dass die Kinder nicht weit genug hinter der Grundlinie stehen. Der Tennistrainer muss den Kindern so früh wie mögich klar machen, dass die Grundlinie nicht der Ort ist, wo man als Tennisspieler stehen muss, sondern der Ort ist, an dem die längsten Bälle des Gegners aufkommen dürfen. Wenn man also fälschlicherweise auf der Grundlinie steht, dann hat das gerade bei langen Schlägen des Gegners gravierende negative Auswirkungen auf das Spiel der Kinder. Dadurch, dass die Kinder auf oder zu nah an der Grundlinie stehen, gewöhnen sie sich eine falsche Schlagtechnik an, sie bekommen ein falsches Timing für den Schlag, und begehen dann in der logischen Konsequenz unnötige Fehler.

Das Grundproblem für dieses falsche Stellungsspiel liegt darin, dass die Kinder von Haus immer mehr Angst vor dem Ball, denn sie nicht erlaufen können, sprich dem Stop. Gerade im Kindertennis, wenn die Kinder ebenso grad auf das ganze Tennisfeld spielen können, besteht in deren Schlägen keine große Ballkontrolle. Schon gar nicht für die Länge der Schläge. So kann es immer wieder passieren, dass die Gegner aus Versehen einen missratenen kurzen Ball spielen. Aus psychologischer Sicht, stellen sich die Kinder also lieber auf die Grundlinie, um so einen viel seltener, aber dennoch ab und zu vorkommenden kurzen Ball möglicherweise erlaufen zu können, und aber bei den deutlich häufiger vorkommenden langen Bällen viel häufiger Fehler machen.

Der Tennistrainer muss also den Kindern so schnell wie möglich klar machen, dass es in der “Punktebilanz” viel wichtiger ist, die vielen langen Bälle des Gegners gut schlagen zu können, als die wenigen kurzen Bälle immer erlaufen zu müssen. Das Problem in der Denkweise der Kinder liegt darin, dass das ganze Feld für die Kinder in diesem Alter einfach noch etwas zu groß ist, als es ganz abdecken zu können. Der Trainer muss den Kindern verdeutlichen, dass sie erfolgreicher Tennis spielen, wenn sie die seltenen Stops und kurzen Bälle des Gegners lieber nicht erlaufen, als dass sie durch zu nahes Stehen an der Grundlinie ihre Schlagtechnik verschlechtern, ihr Timing für den Schlag verschlechtern, und auch viel mehr Fehler bei längen Bällen des Gegners machen.

Dabei übersehen die Kinder aber ganz, dass sie aufgrund dieses falschen Stellungsspiels viel mehr Fehler machen, weil sie bei langen Bällen des Gegners mehr Fehler machen, als dass sie einen zufälligen kurzen Ball des Gegners nicht erlaufen. Der Tennistrainer muss aber nicht erst bei der Umstellung vom Kleinfeldtennis auf´s große Feld auf das richtige Stellungsspiel achten, sondern auch schon beim Spiel auf´s Kleinfeld darauf achten, Denn auch hier spielt das Stellungsspiel die gleiche Rolle. Allerdings wirkt sich hier ein falsches Stellungsspiel, sprich wenn man zu nah an, oder sogar auf, der T-Linie steht, nicht so stark aus. Das richtige Stellungsspiel an der T-Linie, und erst recht an der Grundlinie ist immer soweit hinter der linie, dass man den jeweiligen Schlag immer so ausführen kann, dass man erstens zum Schlag hingehen kann, und zweitens den Ball im absteigenden Ast schlagen kann. In der Praxis heißt das also, dass die Kinder mindestens einen, wenn nicht sogar zwei Meter hinter der Grundlinie stehen sollten.

Schlagbereitschaft und Split-Step beim Tennis

Sonntag, 28. Februar 2010

Beim Tennis ist zwar die Schlagtechnik, die körperliche Fitness, die mentale Stärke und auch aber die Erfahrung und die taktische Cleverness sehr wichtig um erfolgreich zu spielen, aber es gibt noch andere Aspekte, die gerade im Kindertennis nie explizit angesprochen werden, aber eigentlich ganz leicht umzusetzen sind. Gemeint sind die Schlagbereitschaft der Kinder nach jedem Schlag und die richtige Technik dazu.

Gerade bei Tennisanfängern oder sehr jungen Spielern ist es oft zu beobachten, dass sie aufgrund ihrer schon relativ gefestigten Schlagtechnik, immer wieder ganz gute Schläge zustande bringen, danach aber vergessen weiterzuspielen. Das heißt, die Spieler sehen nicht, dass sie zwar im Ballwechsel einen Vorteil erspielt haben, diesen aber durch schlechtes Stellungsspiel oder durch mangelnde Schlagbereitschaft wieder aus der Hand geben.

Die klassische Situation ist die, dass ein Schlag sehr gut gelingt, der Spieler oder die Spielerin dem Ball einfach nur hinterherschaut, und weder die Grundstellung einnimmt, noch den Platz entsprechend der Spielsituation abdeckt. Zum Beispiel gelingt ein langer, knapper Vorhandschlag etwas außerhalb der Vorhandseite, und die Kinder schauen ganz fasziniert hinterher, ohne sich zur Platzmitte zurückzubewegen. Entweder, weil sie irrtümlich meinen ihr eigener Ball würde ins Aus gehen, oder weil sie annehmen der Punkt sei schon gewonnen. Wie es aber so oft in diesen Situationen ist, der Gegner bringt den Ball mit Glück aber vollkommen ohne Druck wieder zurück, und macht trotzdem den Punkt.

Der Hauptfehler der Kinder liegt also darin, dass sie gedanklich nicht weiterspielen. Egal was ist, während der eigene Ball ins gegnerische Feld fliegt, ist genügend Zeit sich wieder zur eigenen Platzmitte zurückzuorientieren, um wieder auf den gegnerischen Ball reagieren zu können, ob er denn kommt oder nicht. Die Kinder wollen es gerne vermeiden, im schlimmsten Fall einmal umsonst gelaufen zu sein. Sie spekulieren also mit dem Fehler des Gegners, weil sie einen guten Ball gespielt haben.

Dadurch werden aber oft wichtige Punkte verschenkt. Genauso besipielsweise mit dem falsch Einschätzen eines gegnerischen Balls. Oft verschätzen sich die Kinder und laufen zu einem knappen Schlag des Gegners erst gar nicht mehr hin, obwohl sie diesen Schlag sicherheitshalber leicht erreicht hätten.

Für all diese Spielsituationen muss der Trainer seine Tennisschüler darauf einschwören, egal nach welchem Schlag, immer schnell wieder das eigenen Feld abzudecken, um schlagbereit in Form der Split-Step-Technik den möglichen gegenerischen Schlag zu erwarten. Im schlimmsten Fall, haben die Kinder dann eben mal den “Rückweg” zur Mitte umsonst angetreten, und haben aber auf jeden Fall den Punkt gemacht. Die Kinder sollen erkennen, dass man einem tollen Ball auch im Zurücklaufen nachschauen kann. Hier bleiben die Kinder oft stehen und verlieren wertvolle Zeit.

Sind die Kinder dann zurück in der Feldmitte, müssen sie sich unbedingt angewöhnen immer auf den gegnerischen Schlag, im Schlagmoment des Gegners, eine Split-Step zu machen, damit sie nicht auf dem falschen Fuß erwischt werden können, und schneller in beide Richtungen starten können. Mit dem Split-Step wird das Körpergewicht auf beide Ballen verlagert, und macht ein schnelles Lossprinten möglich.

Außerdem sollen sich die Kinder angewöhnen, knappe Bälle die schon auf dem Boden aufgekommen sind immer zu schlagen. In dieser Situation werden oft Punkt verschenkt, weil sich die Kinder verschätzen, und Bälle die knapp an der Linie sind nicht mehr schlagen, obwohl sie diese leicht hätten schlagen können. Einen Ausball kann man unmittelbar nach dem “Sicherheitsschlag” immer noch ausgeben.

Verwandte Artikel: