Jedes Kind macht seine ersten Tenniserfahrungen im Kleinfeld. Aus diesem Grund gewöhnen sich die Kinder daran, immer innerhalb des gesamten Tennisplatzes, sprich innerhalb der Linien des Platzes zu stehen. Wenn die Kinder langsam größer werden und ihre ersten Spielversuche auf das ganze Feld machen, dann bleibt diese Orientierung erhalten, und die Kinder stehen im Feld. Die Erfahrung aus der Praxis hat gezeigt, dass die Tenniskinder in dieser Phase ihrer Tenniskarriere die meisten Fehler deshalb machen, weil sie falsch stehen, bzw. zu weit im Feld stehen. Die Folgen: 1.) Die Kinder können sich leicht eine falsche Schlagtechnik angewöhnen, weil der Treffpunkt des Balls zu hoch ist; 2.) sie entwickeln ein falsches Timing für den Schlag, weil sie den Ball oft im Aufsteigen nehmen müssen; 3.) die Kinder machen unnötige Fehler, weil sie zu nah am Ball stehen. Dies ist ein einfacher, aber ganz wichtiger Punkt auf den jeder Jugendtrainer achten muss.
Jeder Tennisspieler weiß, dass das Stellungsspiel beim Tennis für einen sauberen und erfolgreichen Tennisschlag von sehr großer Bedeutung ist. Wenn die Kinder von Haus aus eine falsche Ausgangsposition für ihre Schläge haben, dann ist das Problem hierbei nicht mal eine möglichweise schlechte Beinarbeit, sondern es besteht darin, dass die Kinder nicht weit genug hinter der Grundlinie stehen. Der Tennistrainer muss den Kindern so früh wie mögich klar machen, dass die Grundlinie nicht der Ort ist, wo man als Tennisspieler stehen muss, sondern der Ort ist, an dem die längsten Bälle des Gegners aufkommen dürfen. Wenn man also fälschlicherweise auf der Grundlinie steht, dann hat das gerade bei langen Schlägen des Gegners gravierende negative Auswirkungen auf das Spiel der Kinder. Dadurch, dass die Kinder auf oder zu nah an der Grundlinie stehen, gewöhnen sie sich eine falsche Schlagtechnik an, sie bekommen ein falsches Timing für den Schlag, und begehen dann in der logischen Konsequenz unnötige Fehler.
Das Grundproblem für dieses falsche Stellungsspiel liegt darin, dass die Kinder von Haus immer mehr Angst vor dem Ball, denn sie nicht erlaufen können, sprich dem Stop. Gerade im Kindertennis, wenn die Kinder ebenso grad auf das ganze Tennisfeld spielen können, besteht in deren Schlägen keine große Ballkontrolle. Schon gar nicht für die Länge der Schläge. So kann es immer wieder passieren, dass die Gegner aus Versehen einen missratenen kurzen Ball spielen. Aus psychologischer Sicht, stellen sich die Kinder also lieber auf die Grundlinie, um so einen viel seltener, aber dennoch ab und zu vorkommenden kurzen Ball möglicherweise erlaufen zu können, und aber bei den deutlich häufiger vorkommenden langen Bällen viel häufiger Fehler machen.
Der Tennistrainer muss also den Kindern so schnell wie möglich klar machen, dass es in der “Punktebilanz” viel wichtiger ist, die vielen langen Bälle des Gegners gut schlagen zu können, als die wenigen kurzen Bälle immer erlaufen zu müssen. Das Problem in der Denkweise der Kinder liegt darin, dass das ganze Feld für die Kinder in diesem Alter einfach noch etwas zu groß ist, als es ganz abdecken zu können. Der Trainer muss den Kindern verdeutlichen, dass sie erfolgreicher Tennis spielen, wenn sie die seltenen Stops und kurzen Bälle des Gegners lieber nicht erlaufen, als dass sie durch zu nahes Stehen an der Grundlinie ihre Schlagtechnik verschlechtern, ihr Timing für den Schlag verschlechtern, und auch viel mehr Fehler bei längen Bällen des Gegners machen.
Dabei übersehen die Kinder aber ganz, dass sie aufgrund dieses falschen Stellungsspiels viel mehr Fehler machen, weil sie bei langen Bällen des Gegners mehr Fehler machen, als dass sie einen zufälligen kurzen Ball des Gegners nicht erlaufen. Der Tennistrainer muss aber nicht erst bei der Umstellung vom Kleinfeldtennis auf´s große Feld auf das richtige Stellungsspiel achten, sondern auch schon beim Spiel auf´s Kleinfeld darauf achten, Denn auch hier spielt das Stellungsspiel die gleiche Rolle. Allerdings wirkt sich hier ein falsches Stellungsspiel, sprich wenn man zu nah an, oder sogar auf, der T-Linie steht, nicht so stark aus. Das richtige Stellungsspiel an der T-Linie, und erst recht an der Grundlinie ist immer soweit hinter der linie, dass man den jeweiligen Schlag immer so ausführen kann, dass man erstens zum Schlag hingehen kann, und zweitens den Ball im absteigenden Ast schlagen kann. In der Praxis heißt das also, dass die Kinder mindestens einen, wenn nicht sogar zwei Meter hinter der Grundlinie stehen sollten.